Private Krankenversicherung für Studenten?

Als Student hat man die Wahl: Möchte man in der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse bleiben oder will man sich lieber selbst privat versichern? Das Nachdenken lohnt sich, denn die private Krankenversicherung hat viele Vorteile gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse. So erstattet sie zum Beispiel Kosten für alternative Heilmethoden, Massagen und Kontaktlinsen bis zu 100 Prozent und zahlt Inlays und Zahnersatz bis zu 90 Prozent. Die Praxisgebühr kann man sich als privat Versicherter ebenso sparen wie langes Sitzen im Wartezimmer. Dazu kommt ein weiterer Vorteil: Die Beitragsrückerstattung. Wer seine Versicherung nicht in Anspruch nimmt, bekommt seine Beiträge in Höhe von bis zu sechs Monatsbeiträgen rückerstattet. Gleichzeitig kann man einen Teil des Beitrags von Anfang an verzinslich ansparen, um daraus die im Alter steigenden Kosten der Versicherung zu decken. (Kapitaldeckungsverfahren) Mittlerweile profitieren schon knapp neun Millionen Deutsche von Chefarztbehandlung, kostenlosen Inlays und Kontaktlinsen.

Einziger Haken bei der Sache: Um in die private Krankenversicherung eintreten zu können, muss man entweder selbstständig sein oder als Angestellter mindestens 50.850 Euro im Jahr verdienen. Damit scheint diese Krankenversicherung für Studenten unerreichbar zu sein, denn welcher Student verdient schon so viel Geld? Trotzdem ist der Wechsel möglich, denn für Studenten gelten diese Einkommensbegrenzungen nicht. Nach dem Studium kann man dann wieder zur gesetzlichen Krankenversicherung zurückkehren. Voraussetzung ist allerdings, dass man sich gleich im ersten Semester für die private Krankenversicherung entscheidet, denn nur zu diesem Zeitpunkt macht der Gesetzgeber diese Ausnahme. Der Antrag, sich von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien zu lassen, muss innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht, also des Studiums, gestellt werden.

Eine Sache, die man beim Wechsel aber bedenken sollte, ist die Familienversicherung. Die gibt es nämlich in der privaten Krankenversicherung nicht. Hat man also Mann/Frau und Kind, lohnt sich die private Kasse nicht automatisch. Ist bei den gesetzlichen Kassen jedes Familienmitglied kostenlos mit versichert, muss in der privaten Versicherung jeder Einzelne einen eigenen Vertrag machen. Die Höhe der Beiträge richtet sich hierbei nach Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und gewähltem Tarif. Mit zunehmendem Alter steigen dann auch die Beiträge, da sich der Gesundheitszustand bei den meisten Menschen im Alter eher verschlechtert. Trotzdem sollte man über den Wechsel nachdenken, denn so günstig wie als Student bekommt man die Private nie wieder.